Kohlendioxid-Senken

- Primärwälder -

Nach neueren Erkenntnissen sind die Primärwälder der Nordhemisphäre bedeutende

globale Kohlendioxid-Senken.

Die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ordnet 30% (1,3 x 109 ha) der Wälder der Erde unter die Kategorie „Primärwald“.

Etwa die Hälfte davon (0,6 x 109 ha) befindet sich in den temperaten und borealen Wäldern der Nordhemisphäre.

 
In bisheriger Lehrmeinung gelten Primärwälder der Nordhemisphäre als kohlen-stoffneutral, d.h. sie bauen genauso viel Biomasse auf, wie abstirbt und zersetzt wird, sie besitzen somit keine Senkenfunktion für Kohlendioxid.
 
Neuere Messdaten und umfassende Studien an temperaten und borealen Wäldern kommen zu dem Ergebnis, dass Primärwälder der Nordhemisphäre jedoch bedeutende globale Kohlendioxid-Senken darstellen.
 
Die Untersuchungen zeigen, dass bei gegebenen altersbedingten Unterschieden durchschnittlich ein 200jähriger Primärwald 2,4 ± 0,8 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar und Jahr bindet, die Hälfte davon entfällt auf die Wurzel und Humusschicht.
Über die Jahrhunderte baut sich In der borealen und temperaten Zone immer mehr Biomasse in den Waldformationen auf.
Maximalwerte der Biomasse-Akkumulation werden in den Wäldern der Nordwest-Küste der USA erreicht. Sie liegen bei 500 bis 700 Tonnen Kohlenstoff je Hektar, dies entspricht 1.400 bis 1.800 Kubikmeter Holz pro Hektar.
Zum Vergleich: Alte Primärwälder in Mitteleuropa erreichen eine maximale Biomassse von nur 600 bis 800 Kubikmeter je Hektar.
 
Es ist davon auszugehen, dass die temperaten und borealen Wäldern der Nordhemisphäre, die etwa 15% der globalen Waldfläche einnehmen, isg. 1,3 ± 0,5 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr in ihrer Biomasse und im Boden speichern.
 
Damit tragen 15% der globalen Waldfläche, die bisher nicht im Emissionshandel erfasst sind, mit mindestens 10% zur Nettoproduktion von Ökosystemen bei
(= Gesamtproduktion durch Photosynthese abzüglich der Pflanzen- und Bodenatmung).
 
Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Dringlichkeit, Primärwälder als wichtige Kohlenstoffsenken in ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll mit einzubeziehen.
 
Aktualisierung: 23.09.2009 / Redakteur: SDW