Meldungen

Waldschutz-Situation Rheinland-Pfalz 2010

Abiotische Schäden

Die Sturmschäden in 2009 gehen hauptsächlich auf die Sturmtiefs „Klaus“ (23.01.09) und „Quinten“ (10.02.2009) zurück.
Auf Grund von Schneebruch wurden 17.100 Fm Holz eingeschlagen (1200 Fm; Vorjahreswerte jeweils in Klammern).
Trockenschäden wurden an Fichte auf 71 ha (66 ha), an Kiefer auf 82 ha (34 ha) und an Douglasie auf 23 ha (7 ha) gemeldet.
Beim Laubholz wurden größere Flächen mit Trockenschäden bei Buchen registriert
240 ha (196 ha), während für Eiche nur eine Fläche von 59 ha (136 ha) gemeldet wurde.
Vom frühzeitigen Blattabfall an Buchen waren vor allem die Regionen Bienwald und Donnersberg betroffen.
 
Schaderreger an Nadelbäumen
Fichte
In allen Landesteilen wurde noch Borkenkäferbefall an Fichten festgestellt, Befallsfläche von Buchdrucker 647 ha (986 ha), Befallsfläche des Kupferstechers 88 ha (127 ha). Die größten Befallsflächen wurden in den FÄ Gerolstein und Altenkirchen gemeldet.
 
Kiefer
Die Befallsituation bei den Rindenbrütern an Kiefern hat sich etwas entspannt. Für Kiefern-Bock- und Kiefern-Prachtkäfern ging die Befallsfläche auf 142 ha zurück (245 ha).
Kronenschäden durch Waldgärtner-Reifefraß nahmen auf 118 ha zu (22 ha).
Das Ausmaß des Mistelbefalls an Kiefern ist weiterhin gravierend. Sieben FÄ meldeten eine Befallsfläche von 2709 ha (2038 ha). Schwerpunkte des Mistelbefalls sind die Oberrhein-Ebene und der Pfälzerwald.
Für die Kiefern-Komplexkrankheit, an der häufig auch Rindenbrüter und Mistelbefall wesentlich beteiligt sind, wurde von den FÄ Haardt, Pfälzer Rheinauen und Rheinhessen eine Fläche von insgesamt 111 ha angegeben (162 ha).
 
Schad-Erreger an Laubbäumen
Eiche
17 FÄ aus allen Regionen des Landes registrierten Befall durch den Eichen-Prachtkäfer, allerdings nur noch auf 146 ha (596 ha). Somit zeichnet sich erwartungsgemäß eine deutliche Entspannung bei diesem Rindenbrüter ab. Die größten Befallsflächen meldeten die FÄ Rheinhessen, Traben-Trarbach und Adenau.
Die Waldfläche mit Fraß von Eichenwickler/Frostspannerraupen (Eichenschadgesellschaft) umfasste nur 114 ha (106 ha). Leimring-Kontrollen ergaben, dass auch 2010 keine gravierenden Fraßschäden durch Frostspannerraupen zu erwarten sind.
Auch beim Schwammspinner ist in 2010 kein nennenswerter Raupenfraß zu erwarten nach Untersuchung der Ei-Gelege.
Für den Eichen-Prozessionsspinner (EPS) meldeten fünf FÄ eine Befallsfläche von 56 ha (6 FÄ auf 36 ha). Am stärksten war mit 50 ha das FA Pfälzer Rheinauen betroffen. Auf 23 ha wurden die EPS-Raupen im FA Donnersberg bekämpft.
Auch für 2010 ist eine Gefährdung durch EPS-Raupen zu erwarten, exponierte Eichen sollten sorgfältig betrachtet werden.
Der Schwerpunkt der Eichen-Komplexkrankheit liegt weiterhin in der Oberrhein-Ebene. 6 FÄ gaben eine Fläche von insgesamt 98 ha an (91 ha). Die größte Fläche wurde von den FÄ Bienwald (50 ha) und Traben-Trarbach (30 ha) gemeldet.
 
Buche
Von Bedeutung war die Buchen-Komplexkrankeit in 2009. 20 FÄ meldeten eine Schadfläche von insgesamt 423 ha (19 FÄ auf 1043 ha). Die größte Schadfläche mit 100 ha meldete das FA Hochwald. Damit hält der Rückgang der Erkrankung weiter an.
 
Sonstige Laubbaumarten
Das Eschen-Trieb-Sterben wurde bisher in den FÄ Pfalzer Rheinauen, Kaiserslautern und Bienwald festgestellt. Auf diese Krankheit muss ein besonderes Augenmerk gelenkt werden, weil sie sowohl im benachbartem Baden-Württemberg als auch in Nordost-Frankreich bereits stärker auftritt.
An Pappeln wurde im FA Pfälzer Rheinauen auf 20 ha starker Mistelbefall festgestellt.
 
Schaderreger in Kulturen und Jungwüchsen
Das FA Bienwald meldete Schäden an Verjüngungen durch Waldmaikäfer-Engerlinge auf insgesamt 850 ha (650 ha). Davon waren 450 ha (50 ha) bestandbedrohend geschädigt.
Die Überwachungsfläche für Waldmaikäfer beträgt in den Befallsgebieten von Rheinland-Pfalz aktuell insgesamt 2600 ha in den FÄ Bienwald (Südstamm) und Pfälzer Rheinauen (Nordstamm).
2010 wird keine merkliche Flug-Aktivität stattfinden. Erst 2011 wird wieder im Bereich des Südstammes ein Flugjahr auftreten.
Gravierend war die Zunahme der Befallsfläche des Großen Braunen Rüsselkäfers an Nadelbäumen. Sie nahm von 48 ha auf 130 ha zu. Am größten waren die Schäden im FÄ Hillesheim (34 ha) und Dhroecken (20 ha). Sehr stark waren auch Douglasien betroffen.
 
Quarantäne-Schädlinge
Das FA Haardt meldete einen Befall durch den Esskastanien-Rindenkrebs auf 30 ha (20 ha). Diese Krankheit kann offensichtlich nicht mehr ausgerottet werden und bedroht die Esskastanie am Ostrand des Pfälzerwaldes in zunehmenden Maße. Die zügige und saubere Beseitigung von befallenen Einzelbäumen ist eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung der Krankheit. Bestände mit stärkerem Befall können jedoch so nicht mehr saniert werden.