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Den Wäldern in Deutschland geht es etwas besser

• Landwirtschaftsministerium veröffentlicht Zahlen zum Waldzustand
• SDW sieht keinen Grund zum Aufatmen 

 

Bonn, 04.02.2013
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat die aktuellen Zahlen zum Waldzustand in Deutschland veröffentlicht. Dem Wald geht es bundesweit etwas besser. Einen Grund zum Aufatmen sieht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Bonn allerdings nicht.

„Die Ursache für den Stress, den die Bäume ausgeliefert sind, hat sich verlagert.“, kommentiert SDW-Präsident Dr. Wolfgang von Geldern die Zahlen. „Neben der immer noch hohen Schadstoffbelastung v.a. in den Waldbö-den müssen die Bäume nun auch mit erhöhtem Insektenfraß und Pilzbefall zurechtkommen. Die Situation dürfte sich in den nächsten Jahren durch den Klimawandel noch verstärken.“


Insgesamt ist der Anteil von Bäumen mit deutlichen Schäden im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 25 Prozent zurückgegangen. 39 Prozent der Bäume zeigen keine Schadmerkmale, das sind zwei Prozentpunkte mehr als 2011. Die Verbesserung liegt v.a. an dem Zustand der Buchen, da es 2012 kaum zur starken Fruchtbildung (Fruktifikation) kam. Diese sorgte im Jahr 2011 für die Ausbildung lichterer Kronen, so dass sich die deutlichen Schäden bei den Buchen um 19 Prozentpunkte auf 38 Prozent reduziert haben.


Verbessert hat sich auch die Situation bei der Kiefer. Sie zeigt mit nur elf Prozent deutlichen Schäden den besten Wert seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahr 1984. Der Zustand der Fichte hat sich mit 27 Prozent deutlichen Schäden im Verbleich zu 2011 nicht verändert.


Der Anteil der deutlichen Schäden bei den Eichen hat sich gegenüber 2011 um neun Prozent auf 50 Prozent erhöht. Verschiedene Insekten haben die Eichen geschädigt. Hinzu kam noch Befall mit dem Mehltau-Pilz.
Die SDW ruft die Politik und die Gesellschaft dazu auf, die Belastungen für den Wald zu re-duzieren. Die Schadstoffbelastung v.a. durch Stickstoffverbindungen aus Verkehr und Land-wirtschaft schadet den Bäumen. Der CO2-Ausstoß durch das Verbrennen fossiler Energieträ-ger heißt unserem Klima ein. Die Erwärmung führt zu besseren Lebensbedingungen von Schadinsekten und auch Pilzen, was sich negativ auf die Vitalität unserer Bäume auswirkt.


Quelle: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e.V.  www.sdw.de