Meldungen

Wo steht die dickste Eiche in Rheinland-Pfalz?

Wettbewerb mit Preisen für Einzelpersonen und Schulklassen, Meldungen bis 01.11.2014 möglich

  • Traubeneiche - Baum des Jahres 2014 

  • Langlebige Baumart hat gute Chancen beim Klimawandel 

  • Eichen haben hohen Stellenwert bei uns Deutschen

     

Obermoschel, August 2014

 

Was haben Hirschkäfer, Eichenwidderbock, Wildschwein und Co mit Winzern, Köhlern und Möbelschreinern gemein? Alle lieben Eichen. Wobei es nicht unbedingt auf Trauben oder Stiel ankommt.

 

Diese Unterscheidung der beiden Eichenarten, Trauben- und Stieleiche, ist botanisch-wissenschaftlicher Natur und wird am offensichtlichsten an den Eicheln. Die Eicheln der Traubeneiche sitzen in Trauben fast direkt am Ast, die Eicheln der Stileiche – leicht zu erraten – an Stielen. Nun ist Natur ja manchmal verwirrend, so auch bei den Eichen: Bei den Blättern ist es genau umgekehrt: Die Blätter der Traubeneiche haben einen langen Stiel am runden, keilförmigen Blattgrund, die der Stieleiche einen kurzem Stiel und gelappten Blattgrund. Die Verwirrung wird komplett, wenn die Merkmale alle irgendwie gemischt sind. Kurzer Stiel mit keilförmigen Blattgrund, Eicheln und Blätter an Stielen, usw. Das kann durchaus vorkommen, immerhin können sich beide Arten kreuzen. Als wäre dies nichts schon genug der Verwirrung: Beide Eichen kommen zudem mit mehr oder weniger den gleichen Wuchsbedingungen zurecht, also mit der gleichen Nährstoffversorgung des Bodens, Klima am Standort, etc.. Festzuhalten ist aber, dass die Traubeneiche eher in den Hügel- und niedrigen Berglagen zu finden ist, zum Beispiel im Spessart und im Pfälzerwald. Die Stieleiche hingegen findet sich eher in den Tiefebenen und den Auwäldern. Den Unterschied macht das Wasser: Die Traubeneiche kommt mit trockenen Bedingungen besser zurecht als die Stieleiche. Umgekehrt verdaut die Stieleiche zumindest zeitweise eine Überflutung. Viele Systematiker und Genetiker sehen die beiden Bäume so auch eher als Standortsrassen denn als eigene Arten. Welche der beiden Wasser-Strategien, in Zeiten der Klimawandel-Diskussion die bessere ist und eine gute Zukunftsperspektive bietet, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall scheinen nach heutigem Stand der Kenntnis, Eichen besser auf unsere vorausgesagten Klima-Wandel-Szenarien vorbereitet zu sein als beispielsweise die Buche. Ansonsten lässt die Buche der Eiche im försterfreien Wald kaum eine Chance: Am Boden von Buchen-Wäldern ist es einfach zu dunkel für junge Eichen. Gekeimten Eichen geht einfach das Licht aus. Über die wenigen Keimlinge, die ihre Nische gefunden haben, freuen sich dann Hirsch und Reh, bereichert die kleine Eich doch ihren Speiseplan. Fördern, hegen und pflegen Forstleute Eichen also nicht im Wald, wird unser Wald in Rheinland-Pfalz in absehbarer Zukunft Eichen ärmer. Jetzt liegt der Anteil bei uns immerhin noch bei 20 % und damit gut doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Forstleute in Rheinland-Pfalz möchten den Anteil halten. Leichter wird dies durch das hohe Alter, das Eichen erreichen können: Immerhin gibt es Eichen, die 1.000 Jahre alt geworden sind.


Aber selbst bei 1000-Jährigen Eichen macht die Mythologie keinen Unterschied, egal ob Stiel – oder Traubeeiche, Kraft, Stärke und Standfestigkeit, all diese Punkte charakterisieren die Eichen mit ihren knorrigen Ästen und mächtigen Kronen; deshalb verehrten die alten Germanen den Baum.

 

Solch alte Bäume finden sich vereinzelt sogar im Wald, Beispiel Urwald Sababurg, auch als Urwald im Reinhardswald in Nordhessen bekannt. Verdanken können wir diesen Wald den Schweinen: Die 800-1000jährigen Eichen sind Relikte eines alten Hutewaldes, in denen Hausschweine, quasi in ökologischer Freilandhaltung, gehütet wurden. Also kein Urwald, sondern Wirtschaftswald. Der Natur ist diese Diskussion aber egal: Alte Eichenwälder sind wertvoll für viele Tier- und Pilzarten. Das bekannteste Tier, das auf alte Eichen angewiesen ist, ist wohl der Hirschkäfer. Insgesamt sollen jedoch über 500 verschiedene Insektenarten auf und von Eichen leben. Stellvertretend wurde die Trauben-Eiche daher auch zum Baum des Jahres 2014 gekürt.

 

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Rheinland-Pfalz, sucht nun die dickste Eiche in Rheinland-Pfalz, egal ob Trauben- oder Stieleiche, egal ob im Wald, Feld oder Stadt.

 

Kennen Sie eine besonders dicke Eiche, melden Sie die bitte mit Durchmesser in 1 m Höhe an baum@sdw-rlp.de.


Für die Meldung der dicksten Eiche erhalten die EinsenderInnen einen Walderlebnistag für eine Klasse; für den zweit – und drittdicksten Baum wird eine Eiche gepflanzt.

 

Abgabetermin: 01.11.2014

Kontakt:
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Rheinland-Pfalz , Richard-Müller-Str.11, 67823 Obermoschel, Tel. 06362 / 56 44 45
 


 

Weitere Infos und Links zum Thema: