Wald in Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist eines der waldreichsten Länder der Bundesrepublik Deutschland. Sein Waldanteil beträgt 42 %, der Bundesdurchschnitt liegt bei 30 %. 

Waldanteil

 

Land

Bewaldung

Waldfläche

Gesamtfläche

Rheinland-Pfalz 42 % 828,447 ha 19.846 km2
Deutschland 30 % 10,74 Mio. ha 357.000 km2

Die Waldverteilung in Rheinland-Pfalz variiert erheblich.

Mit dem Pfälzerwald, ca. 177.000 ha groß und mit Bewaldungsdichten von 82-90 %, besitzt Rheinland-Pfalz eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Mitteleuropa. Der Pfälzerwald ist Biosphären-Reservat.

 

Gleichwohl besitzt Rheinland-Pfalz mit Rheinhessen, das nur einen Waldanteil von 4,2 % aufweist, auch eine der waldärmsten Landschaften. Das Rheinhessische Tafel- und Hügelland ist geprägt von Weinreben, es ist eines der größten Weinanbaugebiete in Deutschland.

Eine umso höhere ökologische Bedeutung und Erholungsfunktion kommen den dort verbliebenen Waldungen zu (siehe auch „Wälder in Rheinhessen“, Schriftenreihe der SDW Rheinland-Pfalz, Nr.13).

Weitere bedeutende Waldgebiete befinden sich im Hunsrück, in der Eifel, im Westerwald und im Taunus.

Baumarten-Verteilung

Rheinland-Pfalz wäre von Natur aus ohne Einfluß der Menschen nahezu vollständig von Wald bedeckt. Vorherrschend wären verschiedene Buchenwald-Gesellschaften.

Baumarten-Verteilung

Die rezenten rheinland-pfälzischen Wäldern haben einen Laubbaum-Anteil von 50 %.


In der Pfalz liegt der
Schwerpunkt der Kiefernwirtschaft, während Fichten vor allem im Rheinland wachsen.

Auf den Waldflächen des Landes sind ca. 181 Mio. Festmeter Holz bevorratet. Im Mittel stocken etwa 242 Festmeter pro Hektar Wirtschaftswald.

Waldbesitz-Verteilung

 

Land

Staatswald

Körperschaftswald

Privatwald

Rheinland-Pfalz

26,2 %

50,0 %

23,8 %

Deutschland

34 %

20 %

46 %

Die vorherrschende Waldbesitzart in Rheinland-Pfalz, nämlich mit 46 % der Waldfläche, ist der Kommunalwald. Rheinland-Pfalz hat somit einen der größten Kommunalwald-Anteile aller Bundesländer. Staats- und Privatwald sind etwa gleichrangig, 26 % bzw 23 %. Der Privatwald befindet sich im Besitz von 335.000 Eigentümern und ist geprägt von Klein- und Kleinstwald-Flächen (0,1-2,0 ha).

 

Naturnaher Waldbau

Vielfalt und Naturnähe haben in den Wäldern von Rheinland-Pfalz zugenommen seit Umstellung der Waldbewirtschaftung auf naturnahen Waldbau in den 1990iger Jahren.

 

Die Wälder sind holzreicher und älter. Der Holzvorrat stieg seit 1987 um 22% von 197 Mio m3  auf 240 Mio m3. Jeder siebte Baum ist älter als 120 Jahre.

Der Laubholz-Anteil hat von 47% in 1981 auf 57% zugenommen. Der Anteil der Mischbestände steigerte sich um 17% auf 79% in 2002.

Holz kann unter diesen Bedingungen als klimaneutraler und umweltfreundlicher Rohstoff produziert werden und ist zum wichtigen Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz geworden.


In Rheinland-Pfalz haben die Wälder grundsätzlich einen hohen Schutzstatus. Große Teile unterliegen einem differenzierten Schutzregime. Fast 80% der Natura-2000-Flächen von Rheinland-Pfalz liegen im Wald. 43% des Staatswaldes und jeweils rund ein Drittel des Kommunal- und Privatwaldes fallen unter diese Schutzkategorie. 5% sind als besonders geschützte Biotope ausgewiesen.

4% der Fläche des Staatswaldes (8000 ha) werden vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen.

Der Nutzungsverzicht wird auf 3,5 Mio Euro jährlich beziffert.