Meldungen

Waldzustandsbericht 2017

Der rheinland-pfälzische Wald spiegelt den Stand des Klimawandels wider

„Auch in diesem Jahr sind weiterhin 73 Prozent unserer Bäume überwiegend durch Luftschadstoffe und Klimaveränderungen geschädigt. Der Waldzustand ist somit im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Es gibt jedoch deutliche Veränderungen bei einzelnen Baumarten“, sagte Forst- und Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2017 in Mainz.

Waldbild Kronen.jpg

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten sowie der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft haben im Juli dieses Jahres 3.864 Bäume an 161 Aufnahmepunkten im Land begutachtet und die „Fitness“ unserer Wälder untersucht.

Der Waldzustand gibt jährlich Auskunft über den Gesundheitszustand der rheinland-pfälzischen Wälder und ist in diesem Jahr zum 34. Mal erschienen.

 


Im Jahr 2017 hat sich der Kronenzustand über alle Baumarten nur wenig verändert. Der Anteil an Bäumen mit deutlichen Schäden ist um 3 Prozentpunkte auf 24 % zurückgegangen, der Anteil an Bäumen ohne sichtbare Schadmerkmahle blieb unverändert bei 27 %. Die mittlere Kronenverlichtung liegt um 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres.


Die Buche zeigt gegenüber dem Vorjahr bei jetzt ausbleibender Fruchtbildung erwartungsgemäß eine Verbesserung im Kronenzustand. Eiche, Kiefer, Douglasie und Lärche haben sich im Kronenzustand verschlechtert. Fichte, Hainbuche und Esche zeigen keine oder nur geringe Veränderungen. Bei vielen Baumarten ist die Entwicklung des Kronenzustandes in 2017 gegenläufig zu der des Vorjahres.


Die Erhaltung der Fruchtbarkeit unserer Waldböden ist ein bedeutsamer Bestandteil der forstlichen Nachhaltigkeit. Hierzu muss die standortsgemäße Versorgung auch künftiger Waldgenerationen mit Nährstoffen sichergestellt werden (Nährstoffnachhaltigkeit). Die Nährstoffnachhaltigkeit ist nur in stabilen, naturnahen Waldökosystemen mit einem intakten Nährstoffkreislauf gewährleistet. Beeinträchtigungen des Nährstoffhaushalts durch Luftverunreinigungen müssen vermieden und die Nutzung des Waldes am jeweiligen Standortspotenzial ausgerichtet werden.


Weitere Beiträge im aktuellen Bericht befassen sich mit der vielfältigen Forschung im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der Ausbreitung invasiver Neophyten unter dem Einfluss des Klimawandels und der externen Überprüfung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch Zertifizierung.
 


Weitere Infos zum Waldzustandsbericht 2017 sowie den vollständigen Bericht zum Download finden sie hier.