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„Tiny Forest“ mitten im Rebenmeer

27.11.2021, Ellerstadt

 

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald pflanzte am 27. November 2021 gemeinsam mit der Gemeinde Ellerstadt und in Kooperation mit dem Forstamt Bad Dürkheim und dem Verein PfalzHerz e.V. den ersten „Tiny Forest“ in Rheinland-Pfalz.

Begrüßung durch die Initatoren
Begrüßung durch die Initatoren

Insgesamt 600 Baum- und Straucharten bilden auf einer ca. 600 m² großen gemeindeeigenen Brachfläche einen Miniaturwald.  Hinzu kommen etwa 300 Meter Zaun (aus heimischem Holz) um die jungen Pflanzen vor Wildverbiss zu schützen.

Gepflanzt wurde ein bunter Mix aus Pflanzen von echten Waldbäumen wie der Stieleiche und der Edelkastanie, über Feldgehölze wie Eberesche und Mispel, bis hin zu Sträuchern wie wolliger Schneeball und Berberitze.


Die Kooperationspartner möchten mit der Idee der „Tiny Forests“ Alternativen zu klassischen Naturschutzprojekten wie Streuobst- und Blühwiesen aufzeigen. Diese haben zwar einen hohen Ökologischen Wert, sind jedoch extensive Bewirtschaftungsformen und damit mit Arbeit verbunden. Findet die Pflege dieser Biotope nicht statt, sinkt deren ökologischer Wert. Bei den „Tiny forests“ ist „nichts tun“ ausdrücklich erwünscht, sie dienen vornehmlich als Rückzugsgebiete und Essenstisch für Wildtiere.


Finanziert wird dieses Projekt zu einem Großteil aus Mitteln des Vereins PfalzHerz e.V.. Dieser spendet den Kompletterlös aus dem Verkauf des selbst gekelterten Weins zu Gunsten des Projektes. Die Gemeinde Ellerstadt stellte die Fläche zur Verfügung, das Forstamt Bad Dürkheim und die SDW übernahmen die fachliche Koordination.


Gepflanzt wurde im öffentlichen Rahmen und unter Beachtung der Corona-bedingten Auflagen nach Anmeldung. Als Motivationsschub und Stärkung gab es, wie in der Pfalz üblich  Weck, Worschd und Woi.

Das Ergebnis: 2x "G" - gepflanzt und geschützt!
Das Ergebnis: 2x "G" - gepflanzt und geschützt!


Hintergrund:

 

Der Name ist Programm: „Tiny Forests“ sind Miniaturwälder. Laut Landeswaldgesetzt hat Wald im Sinne des Gesetztes eine Mindestgröße von 2000 m². Streng genommen sind „Tiny Forests“ daher kein Wald (§3 Abs. 1 LWaldG). Die Idee der „Tiny Forests“ kommt aus Japan und stammt von dem Botaniker und Forstwissenschaftler Akira Miyawaki. Die Miniaturwälder sollen eigentlich in urbanen Gebieten für mehr Artenvielfalt sorgen und als Temperatursenker dienen