Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.
Panoramablick über den Wald

Wald in Rheinland-Pfalz – Zahlen, Fakten und Herausforderungen

Rheinland-Pfalz ist das waldreichste Bundesland Deutschlands

Rund 43 Prozent der Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Vom Pfälzerwald über den Hunsrück und die Eifel bis zum Westerwald prägen ausgedehnte Wälder unsere Landschaft. Sie sind Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, schützen Böden und Wasser, speichern Kohlenstoff und bieten den Menschen Raum für Erholung und Naturerlebnisse.

Doch unsere Wälder stehen vor großen Herausforderungen. Klimawandel, Trockenheit, Schädlinge und der zunehmende Flächendruck verändern den Wald. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur, dass die Wälder in Rheinland-Pfalz vielfältiger und strukturreicher geworden sind.

Wie viel Wald gibt es in Rheinland-Pfalz? Welche Baumarten wachsen hier? Und wie können wir unsere Wälder langfristig erhalten? Wir stellen die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen vor.

Wie viel Wald gibt es in Rheinland-Pfalz?

Mit einer Waldfläche von 853.758 Hektar und einem Waldanteil von rund 43 Prozent liegt Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich an der Spitze. Damit ist nahezu die Hälfte unseres Bundeslandes bewaldet. Rechnerisch stehen jedem Einwohner und jeder Einwohnerin etwa 2.000 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Das entspricht ungefähr der Fläche von acht Tennisplätzen. Die Waldfläche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vergrößert. Während in den 1950er-Jahren rund 755.500 Hektar Wald vorhanden waren, wurden bei der vierten Bundeswaldinventur 2022 etwa 853.800 Hektar erfasst. Dennoch bleibt der Schutz bestehender Waldflächen eine wichtige Aufgabe. Siedlungsentwicklung, Verkehrswege und andere Nutzungsansprüche können zur dauerhaften Umwandlung von Waldflächen führen. Gerade angesichts des Klimawandels ist es wichtig, vorhandene Wälder zu erhalten und geeignete zusätzliche Waldflächen zu entwickeln.

Baumarten-Verteilung

Rheinland-Pfalz wäre von Natur aus ohne Einfluß der Menschen nahezu vollständig von Wald bedeckt. Vorherrschend wären verschiedene Buchenwald-Gesellschaften.

Laut BWI4 beträgt der Laubbaumanteil in Rheinland-Pfalz fast 63 %, der Nadelbaumanteil liegt bei knapp 35 %, auf ca. zwei Prozent des Waldes kommen Lücken und Blößen vor.
In der Pfalz liegt der Schwerpunkt in der Kiefernwirtschaft, während Fichten vor allem im Rheinland wachsen. Der Holzvorrat der rheinland-pfälzischen Wälder ist trotz hoher Marktnachfrage in den letzten 10 Jahren auf 253,2 Millionen Kubikmeter (Vorratsfestmeter) angestiegen. Auf jedem Hektar der dauerhaft für Waldbäume vorgesehenen Fläche (Holzbodenfläche) stehen durchschnittlich 313 Kubikmeter (Vorratsfestmeter) Holz. In den vergangenen Jahren hat sich die Holzmasse lebender Bäume insgesamt um 3,56 Mio. m³ erhöht.

Die Vorräte von Buchen (23,1 %) und Eichen (21,5 %) machen den höchsten Anteil aller Baumarten aus. Die Fichte ist trotz erheblicher Flächenverluste (33.600 ha) durch massive Borkenkäferbefälle seit 2018 immernoch die Baumart mit dem dritthöchsten Gesamtvorrat (14,9 %). Die Kiefer hat geringfügig an Fläche verloren und hat mit einer Fläche von rund 74.000 ha einen Anteil von 9,2 %. Laubbaumarten wie Hainbuche, Ahorn und Birke haben einen Anteil von insgesamt 18 %. Ihnen kommt eine wichtige Funktion bei der Bildung baumartenreicher und strukturierter Mischwälder zu. Sie spielen eine wesentliche Rolle als Erstbesiedler auf von durch Klimawandelschäden entstandenen Kahlflächen.

Besonders ist der in den vergangenen zehn Jahren noch einmal stark gestiegene Anteil alter Buchenwälder über 141 Jahre (22 %), welcher sich um 4 % erhöht hat und eine Waldfläche von rund 38.000 ha umfasst. Ähnlich hat sich auch der Flächenanteil alter Eichenbestände erhöht.

Mehr Laubwald

Die Zusammensetzung unserer Wälder hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Während Nadelbäume früher einen deutlich größeren Anteil einnahmen, gewinnen Laubbäume zunehmend an Bedeutung. Besonders stark zurückgegangen ist die Fichte. Ihr Flächenanteil sank zwischen 2012 und 2022 von 19,5 auf 14,9 Prozent. Eine wesentliche Ursache waren die massiven Schäden durch Trockenheit und Borkenkäferbefall.

Die Entwicklung hin zu vielfältigeren Baumartenmischungen ist ein wichtiger Bestandteil der Anpassung unserer Wälder an veränderte Klimabedingungen.

Mischwälder – Vielfalt macht den Wald widerstandsfähiger

85 Prozent der Wälder in Rheinland-Pfalz sind Mischwälder, in denen mindestens zwei Baumarten gemeinsam vorkommen.
Auch die vertikale Struktur hat sich verändert: Der Anteil zwei- oder mehrschichtiger Wälder stieg zwischen 2012 und 2022 von 69 auf 81 Prozent. In solchen Wäldern wachsen Bäume unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Höhe nebeneinander. Dadurch entstehen vielfältige Lebensräume und unterschiedliche Bedingungen für Licht, Feuchtigkeit und Verjüngung. Mischwälder können Risiken besser verteilen, da verschiedene Baumarten unterschiedlich auf Trockenheit, Hitze, Stürme und Schädlinge reagieren. Eine Garantie gegen Waldschäden sind sie jedoch nicht. Entscheidend ist, dass die Baumarten zu den jeweiligen Standorten und den künftig zu erwartenden Klimabedingungen passen.

Wo liegen die größten Waldgebiete in Rheinland-Pfalz?

Die Waldverteilung in Rheinland-Pfalz ist sehr unterschiedlich. Während große Teile der Mittelgebirge dicht bewaldet sind, gibt es insbesondere in Rheinhessen nur wenige zusammenhängende Waldflächen.
Zu den bedeutendsten Waldlandschaften gehören:

  • Pfälzerwald: Eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands und Teil des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.
  • Hunsrück: Ausgedehnte Wälder auf den Höhenzügen und in den Tälern, darunter ökologisch wertvolle alte Buchenwälder.
  • Eifel: Vielfältige Waldlandschaften mit Buchenwäldern, Eichenbeständen und forstwirtschaftlich geprägten Nadelwäldern.
  • Westerwald: Waldreiche Mittelgebirgslandschaft mit Laub- und Mischwäldern.
  • Taunus: Auch die rheinland-pfälzischen Teile des Taunus besitzen größere zusammenhängende Waldflächen.

Was brauchen unsere Wälder?

Um unsere Wälder langfristig zu erhalten, kommt es insbesondere darauf an, bestehende Waldflächen zu schützen, naturnahe Waldstrukturen zu fördern und die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Dazu gehören standortgerechte Baumartenmischungen, der Schutz von Waldböden, ausreichend Naturverjüngung sowie der Erhalt alter Bäume und wertvoller Lebensräume. Auch die Entwicklung neuer Wälder kann sinnvoll sein – insbesondere dort, wo Waldflächen fehlen und Aufforstungen mit den Zielen des Natur- und Artenschutzes vereinbar sind.

Rheinhessen – eine besonders waldarme Region

Einen deutlichen Gegensatz zu den waldreichen Mittelgebirgen bildet Rheinhessen. Die durch Landwirtschaft und Weinbau geprägte Region weist einen Waldanteil von weniger als fünf Prozent auf. Gerade hier besitzen die verbliebenen Wälder, Feldgehölze und Einzelbäume eine besondere Bedeutung. Sie bieten Lebensräume und Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen, verbessern das lokale Klima und bereichern die Landschaft.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Rheinland-Pfalz engagiert sich deshalb besonders in waldarmen Regionen für die Entwicklung zusätzlicher Waldflächen und die Pflanzung standortgerechter Bäume und Sträucher.

Das Projekt WaldInseln zielt u.a. darauf ab, in waldarme Regionen wie Rheinhessen, kleine Trittsteinbiotope zu schaffen. 

Wem gehört der Wald in Rheinland-Pfalz?

Eine Besonderheit von Rheinland-Pfalz ist der hohe Anteil kommunaler Wälder. Nach der vierten Bundeswaldinventur (BWI) verteilt sich die Waldfläche auf folgende Eigentumsarten:
 

LandStaatswaldBundeswaldKörperschaftswaldPrivatwald
Rheinland-Pfalz24,9 %1,6 %45,9 %27,6 %
Deutschland29 %3 %20 %48 %

 

Damit befindet sich fast die Hälfte der Wälder im Eigentum von Städten, Gemeinden und anderen Körperschaften. Die unterschiedlichen Eigentumsformen bringen verschiedene Anforderungen und Möglichkeiten für die Waldbewirtschaftung mit sich. Unabhängig vom Eigentum erfüllen die Wälder wichtige Funktionen für die gesamte Gesellschaft.

Naturnaher Waldbau

Vielfalt und Naturnähe haben in den Wäldern von Rheinland-Pfalz zugenommen seit der Umstellung der Waldbewirtschaftung auf naturnahen Waldbau in den 1990iger Jahren.

Die Wälder sind holzreicher und älter, der Holzvorrat stieg laut der letzten Bundeswaldinventur auf 253,2 Mio m3. 

Der Laubholz-Anteil hat von 47 % in 1981 auf 63 % zugenommen. Der Anteil der Mischbestände steigerte sich um 17 % auf 85 % in 2022.

Holz kann unter diesen Bedingungen als klimaneutraler und umweltfreundlicher Rohstoff produziert werden und ist zum wichtigen Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz geworden.

Der Anstieg des Anteils zwei- und mehrschichtiger Wälder auf 81 % macht die Entstehung von Kahlflächen im Falle kalamitätsbedingter Zwangsnutzungen immer unwahrscheinlicher. Gemischte und vielschichtige Wälder sichern das Waldinnenklima und unterstützen so auch den Aufwuchs neuer Waldgenerationen, welche noch einmal deutlich besser an die aktuellen Standortbedingungen angepasst. Da fast 97 % der Jungwälder aus natürlicher Ansamung entstehen, sichert die Vielfalt dieser Flächen die bestmögliche Anpassungsfähigkeit an zuküntige klimatische Veränderungen. Ziel ist es laubbaumreiche Mischwälder entstehen zu lassen. 85% der Wälder sind Mischwälder, in denen mindestens zwei Baumarten nebeneinander vorkommen.

In Rheinland-Pfalz haben die Wälder grundsätzlich einen hohen Schutzstatus: 73 % der Natura-2000-Flächen von Rheinland-Pfalz liegen im Wald. 31 % des Staatswaldes, 43 % des Kommunalwaldes, sowie 26 % des Privat-und Bundeswaldes fallen unter diese Schutzkategorie; 5 % sind als besonders geschützte Biotope ausgewiesen. Zum Schutz wurden Maßnahmen wie das „Buchen-Moratorium“ eingeführt, das alte Buchen schützt. Außerdem dürfen Bäume, die seltenen Arten wie dem Schwarzstorch Lebensraum bieten, nicht gefällt werden. Der Staatswald ist nach PEFC und FSC zertifiziert, was nachhaltige Bewirtschaftung sichert. Private Waldbesitzer erhalten Beratung für umweltschonende Waldbewirtschaftung. Das sich dies bewährt, zeigt auch die Vierte Bundeswaldinventur: der Wald in Rheinland-Pfalz bleibt eine CO₂-Senke, unterstützt die Biodiversität und hilft, Grundwasser zu speichern. Herausforderungen wie Schädlingsbefall und langsameres Wachstum bestehen; aber die Maßnahmen zum Waldschutz zeigen, dass der Wald widerstandsfähiger und vielfältiger wird – eine wichtige Entwicklung, um den Folgen des Klimawandels standzuhalten.

 

Quelle: Vierte Bundeswaldinventur, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft / Landesforsten Rheinland-Pfalz

Naturverjüngung – wenn der Wald selbst für Nachwuchs sorgt

Junge Bäume müssen nicht immer gepflanzt werden. Viele Wälder erneuern sich durch die Samen der bereits vorhandenen Bäume. Diesen Prozess bezeichnet man als Naturverjüngung. Nach der vierten Bundeswaldinventur stammen rund 96,7 Prozent der erfassten Jungbestockung in Rheinland-Pfalz aus natürlicher Verjüngung. Die Naturverjüngung kann dazu beitragen, standörtlich angepasste Wälder zu entwickeln. Allerdings hängt ihr Erfolg unter anderem vom vorhandenen Baumartenbestand, den Lichtverhältnissen, dem Klima und dem Einfluss des Wildverbisses ab. Wo geeignete Baumarten fehlen oder sich nicht ausreichend verjüngen können, kann eine gezielte Ergänzung durch Pflanzungen sinnvoll sein.

Wie geht es dem Wald in Rheinland-Pfalz?

Die Wälder in Rheinland-Pfalz befinden sich im Wandel. Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und extreme Wetterereignisse stellen viele Baumarten vor große Herausforderungen. Insbesondere die trockenen und heißen Jahre seit 2018 haben deutliche Spuren hinterlassen. Vielerorts starben Fichtenbestände infolge von Wassermangel und anschließendem Borkenkäferbefall ab. Aber auch Buchen und andere Laubbäume zeigen Schäden durch Trockenstress. Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur zeigen zwar positive Entwicklungen bei der Baumartenmischung und der Waldstruktur. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass unsere Wälder insgesamt gesund sind. Die Bundeswaldinventur beschreibt vor allem Aufbau, Zusammensetzung und Entwicklung der Wälder. Ergänzende Informationen über den Gesundheitszustand der Bäume liefern die jährlich veröffentlichten Waldzustandsberichte.

Wald schützen und neue Wälder schaffen – die Arbeit der SDW

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Rheinland-Pfalz setzt sich für den Erhalt und die nachhaltige Entwicklung unserer Wälder ein. Als anerkannter Naturschutzverband verbinden wir praktische Waldschutzmaßnahmen mit Umweltbildung, fachlicher Beratung und der Beteiligung an naturschutzrechtlichen Verfahren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung zusätzlicher Waldflächen, insbesondere in waldarmen Regionen. Durch Erstaufforstungen tragen wir dazu bei, neue Lebensräume zu schaffen und die Landschaft langfristig mit Bäumen zu bereichern. Allein in den fünf Jahren bis 2024 hat die SDW Rheinland-Pfalz rund zehn Hektar zusätzliche Waldfläche durch Erstaufforstungen geschaffen. Schwerpunkte waren unter anderem Rheinhessen, das Nordpfälzer Bergland und der Pfälzerwald. Darüber hinaus bringen wir Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Wald näher. Mit Waldpädagogik, Bildungsprojekten und praktischen Aktionen möchten wir das Verständnis für die Bedeutung unserer Wälder stärken.

Denn wer den Wald kennt und versteht, kann auch zu seinem Schutz beitragen.

Gemeinsam für den Wald in Rheinland-Pfalz

Ob durch die Pflanzung neuer Bäume, die Unterstützung unserer Waldschutzprojekte oder die Teilnahme an unseren Bildungsangeboten: Es gibt viele Möglichkeiten, sich für den Wald einzusetzen.

Erfahren Sie mehr über unsere Baumpflanzungen und Waldschutzprojekte oder unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

Landesverbände
Termine