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Wahlprüfsteine zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung

Fragen an die Parteien

zu

waldbezogener Bildung für nachhaltige Entwicklung

durch die

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)
-Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.-


Am 14. März 2021 sind Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), ein seit 1947 bundesweit aktiver Naturschutzverband mit dem Fokus auf den Themen Wald und Bildung, hat Wahlprüfsteine zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung erstellt. Diese wurden an alle zur Wahl stehenden Parteien versendet.

Es hatten nicht alle Parteien geantwortet.

Nachfolgende finden Sie unsere Fragen an die Parteien und deren Antworten aufgeführt.

(Zur besseren Übersicht haben wir die Antworten gruppiert und "eingeklappt". Ein Klick auf das "+"-Zeichen öffnet den jeweiligen Antworttext)
 

1. Waldbezogene BNE und Verankerung in der Schule

Deutschland hat sich zur Umsetzung des internationalen Bildungsauftrages einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) bis 2030 bekannt. Nahezu jedes Nachhaltigkeitsziel ist mit dem Wald verknüpft oder kann durch Wald unterstützt werden. Besonders stehen allerdings die Ziele Nr. 4 „Hochwertige Bildung“, Nr. 12 „Nachhaltiger Konsum und Produktion“, Nr. 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ sowie Nr. 15 „Leben und Land“ im Fokus einer waldbezogenen Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Frage 1:

Welche Strategien und Maßnahmen haben Sie, um waldbezogene BNE in alle Bereiche der Bildung, vor allem aber in die Lehrpläne der formalen Schulbildung zu etablieren?

Antworten:

Die Linke

Wir fordern schon lange die waldbezogene BNE stärker in die formale Schulbildung zu integrieren und Bildung für nachhaltige Entwicklung als wichtiges Thema in den Lehrplänen zu etablieren. Hierzu gehört für uns, dass den Absichtsbekundungen auch endlich Taten folgen müssen und Unterrichtseinheiten mit fester Stundenanzahl und Vergütungsmodellen für externe Pädagog*innen und Organisationen etabliert werden.

SPD

Bildung für nachhaltige Entwicklung und damit auch die waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein wichtiges Querschnittsthema. Wir stehen zu der Verantwortung für unsere Umwelt und Natur und wollen das auch kommenden Generationen vermitteln. Deshalb ist es uns wichtig, dass das Thema in Lehrplankommissionen immer mitgedacht wird und wir setzen uns dafür ein, Lehrkräften didaktisch-methodische Anregungen an die Hand zu geben. Denn: Lehrkräfte sind wichtige Multiplikatoren und zentral für die Sensibilisierung unserer Schülerinnen und Schüler für waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung ist. Deshalb wollen wir weiterhin Lehr- und Fachkräften gute Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen bieten.


Auch für Lernen im und am Lernort Wald setzen wir uns weiterhin ein. Die seit vielen Jahrzehnte von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Landesforsten durchgeführten Waldjugendspiele in Rheinland-Pfalz eröffnen Schülerinnen und Schülern wichtige Lernperspektiven. Wir wollen, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler von den waldbezogenen Angeboten profitieren können. Auch deshalb setzen wir auf breit angelegte Informationen über waldpädagogische Programme z. B. der Landeszentrale für Umweltaufklärung und natürlich auch der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

 

Bündnis 90 – Die Grünen

Für uns GRÜNE ist klar, dass Bildung zu verantwortungsvollem Denken und Handeln befähigen soll. Deshalb ist es uns ein Kernanliegen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Schulen, der außerschulischen Bildung, in Kitas, Hochschulen, der Beruflichen Bildung und Weiterbildung zu stärken. Es ist in unserer Verantwortung, unsere Zukunft zu sichern und deshalb dem Klima-, Umwelt- und Naturschutz bereits bei der Bildung einen wichtigen Stellenwert einzuräumen. Mit der Schulgesetznovelle ist es uns gelungen, die Förderung des Verantwortungsbewusstseins für Natur, Umwelt und die globalen Nachhaltigkeitsziele zum festen Auftrag der Schulen zu machen. Wir werden sicherstellen, dass die Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Lehrplänen aller Schulen sowie in allen Phasen der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften verankert wird.


Des Weiteren werden wir formale wie nonformale Angebote verstetigen und ausbauen sowie weiterentwickeln. Kenntnisse über Umwelt-, Klima- und Naturschutz, klimaneutrale Mobilität, nachhaltiges Wirtschaften, insbesondere in der Forst- und Landwirtschaft sowie beim Weinbau, werden wir verstärkt an Kindertagesstätten und Schulen altersgerecht vermitteln. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Landfrauen in Projekten zu Wildkräutern und Streuobst soll auf das ganze Land ausgeweitet werden.

 

Volt

Nachhaltigkeit ist eines unserer zentralen Anliegen bei Volt. Die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG) geben uns einen Kompass bei unserer politischen Arbeit.


Um die Klimakrise zu lösen, das Artensterben zu stoppen und Umweltzerstörung deutlich zu reduzieren, bedarf es einer gesellschaftlichen tieferen Aufklärung und Sensibilisierung. Daher ist uns gerade Bildung für nachhaltige Entwicklung ein zentrales Anliegen in der Bildungspolitik. Als (relativ betrachtet) waldreichstes Bundesland liegt eine waldbezogene BNE in Rheinland-Pfalz auf der Hand. In der Schule wollen wir spätestens ab der 7. Klasse wesentlich projektorientierter arbeiten. Diese Projekte können in kleinen Gruppen, fächer-, jahrgangs- und schulübergreifend konzipiert sein. Austausch mit externen Expert*innen ist hier möglich. Gerade in dieser Projektarbeit sehen wir große Potenziale moderne, waldbezogene Bildung mit umfangreichen Exkursionen zu ermöglichen.


Generell wollen wir Lehrpläne überarbeiten und modernisieren. Hierbei sollte das Thema Nachhaltigkeit einen größeren Stellenwert erhalten.

 

ÖDP

Die ÖDP will moderne Schulen schaffen, die verstärkt praxisbezogen unterrichten und die Kinder und Jugendlichen auch in lebenspraktischen Dingen auf die Welt vorbereiten. Hierzu zählen z.B. Projektunterricht, Praktika und auch Unterrichtsinhalte wie etwa Ökologie und Umweltbildung oder technisch-kreatives Grundwissen. Besonders die naturwissenschaftlich-technischen Kenntnisse und Fertigkeiten - darunter auch ökologische bzw. biologische - sind für die Entwicklung von Lösungen für die drängenden Zukunftsfragen von überragender Bedeutung.

 

2. Waldbezogene BNE und Zugang zu Lernort Wald

Lernen draußen im Wald kann einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Umweltbewusstsein leisten (vgl. Raith und Lude: Startkapital Natur). Wald ist zudem eines der Schlüsselthemen für eine nachhaltige Entwicklung (vgl. Nachhaltigkeitsziele - SDGs). Gerade in Krisenzeiten wie der aktuellen SARS-CoV2 Pandemie zeigen sich Vorteile und Chancen von Lernsettings im Wald. Oft stehen intakte, vielfältige Wald- oder naturnahe Flächen für Bildungsaktivitäten nicht in angemessener Reichweite zur Verfügung (u.a. Rheinhessen). Nutzung dieses Lernortes finden deshalb aufgrund von zu großer Distanzüberwindung nicht statt.

Frage 2a:

Wie wollen Sie vor allem Schulen die Möglichkeit verschaffen, den Lernort Wald kostengünstig und schnell zu erreichen?

Antworten:

Die Linke

Jedes Kind sollte die Natur und damit auch den Wald kennen. In Rheinhessen ist dies zugegebener Maßen schwierig – hier halten wir aufgrund der Distanz, aber auch der Verhinderung von Emissionen, längere Exkursionen (mehrere Tage) für sinnvoll um einmal Waldluft zu schnuppern.

 

SPD

Schülerinnen und Schüler müssen den Lernort Wald erleben und erfahren können. In Rheinland-Pfalz stehen ihnen eine Vielzahl von kleinen und großen Waldgebieten in jeder Region unseres Landes offen. Die Vielfalt der Waldökosysteme in unserem waldreichen Bundesland gibt den Schulen reichhaltige Möglichkeiten, um die Natur zu Erkunden und Wissen über die Zusammenhänge dieses Ökosystems zu vermitteln.

Mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und einer Reihe von Naturparken bietet unser Land besondere Erlebnisse, die größere Anreisen rechtfertigen.. Wir wollen prüfen, wie die Schulen bei solchen Erkundungen auch finanziell besser unterstützt werden können. Zudem sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten die Schulen unseres Landes bei solchen Terminen als Ansprechpartner und Wissensvermittler zur Verfügung stehen.

 

Bündnis 90 – Die Grünen

Wir werden den nachhaltigen Waldumbau hin zu einem klimaangepassten und naturnahen Mischwald konsequent weiterverfolgen. Dazu stärken wir die Naturverjüngung in unseren Wäldern weiter, immer mit Blick auf das ökologische Gleichgewicht. Vor allem heimische, belastbare Baumarten werden den naturnahen Waldumbau ergänzen und die Artenvielfalt im Wald bereichern. Wir müssen heute in den dringend notwendigen Umbau unserer Wälder zu widerstandsfähigen Mischwäldern investieren, wenn morgen noch Einnahmen aus der Holznutzung erzielt werden sollen und um auch zukünftig den Lernort Wald schulnah zu erhalten.


Wir GRÜNE werden auch die Mobilitätswende weiter vorantreiben und ein gutes Angebot des Nahverkehrs vor Ort aufbauen. Dabei haben wir GRÜNE die unterschiedlichen Herausforderungen des ländlichen Raums und der städtischen Mobilität fest im Blick. Wir wollen deshalb das Angebot im Nahverkehr und auf der Schiene erheblich steigern und sowohl den verlässlichen Taktverkehr im Bussystem, die Bedienung an allen Wochentagen, die Anbindung kleinerer Orte, verknüpfte Reiseketten sowie eine bessere Anbindung an die Schiene gewährleisten. Darüber hinaus werden wir u.a. für Schüler*innen mit einem günstigen 365-Euro-Ticket ein einfaches Angebot zur landesweiten Nutzung des Nahverkehrs schaffen. Auch hiervon werden die Schulen und sowie der Lernort Wald profitieren.

Volt

Da es in Rheinland-Pfalz zum Glück zahlreiche Waldgebiete gibt, ist der Wald für viele Schüler*innen mit relativ wenig Aufwand erreichbar. Eine stärkere schulische Einbeziehung dieses ergiebigen Lernortes halten wir für sinnvoll. Eine Aufforstung in Gebieten mit wenig Waldfläche erscheint uns sinnvoll. Zum einen profitieren diese Gebiete nicht nur unter dem Aspekts des Klimas von der Entstehung von mehr Waldfläche, sondern auch die Schulen durch eine nähere Anbindung. Wir sehen auch eine Chance darin, Schüler bzw. Kinder direkt in solche Aufforstungsprojekte mit einzubeziehen.

 

ÖDP

Die ÖDP setzt sich für den Erhalt von Schulen in kleineren Gemeinden ein, um unnötige Transportwege der Kinder zu vermeiden. Hier ist, vor allem bei Grundschulen, häufig schon aufgrund der Lage der Gemeinden eine größere Nähe zum Lernort Wald gegeben. Im Übrigen setzt sich die ÖDP für einen Ausbau des ÖPNV und auch für die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken ein, wodurch eine gute und kostengünstige Erreichbarkeit auch aus Gebieten erzielt werden kann, bei denen vielfältige Wald- oder naturnahe Flächen für Bildungsaktivitäten nicht in angemessener Reichweite zur Verfügung stehen.

 

Frage 2b:

Wie viel Wald- bzw. Naturflächen möchten Sie für solche modernen, hochwertigen Bildungszwecke Schulen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stellen?

Antworten:

Die Linke

Dies muss sich aus unserer Sicht an den jeweils verfügbaren Flächen orientieren. Wir setzen hier vor allem auf die Kooperation mit Landesforsten. Für die Bildung an Schulen, aber auch für die Jugendbildungsarbeit und Seminare für Erwachsene, sollten in Zukunft mehr geeignete Flächen zur Verfügung gestellt werden. Solche Angebote vermitteln zum einen wichtige Inhalte; sind jedoch auch eine schonende Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten des Waldes (Wertschöpfung).

 

SPD

Wir können in Rheinland-Pfalz schon jetzt bei waldbezogenen Bildungsangeboten auf eine flächendeckende Bildungsarbeit zurückgreifen. Auch daran wollen wir festhalten. Hierfür ist unter anderem die regionalisierte Struktur zum Beispiel bestehender Waldstätten wichtig. Wir wollen, dass besonders der Nationalpark Hunsrück-Hochwald, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und die Naturparke unseres Landes, aber auch die vielen kleineren und schulnahen Waldstätten mit ihren eigenen Bildungsangeboten im Rahmen von Wald und Klimawandel attraktiv bleiben. Unabhängig vom generellen Waldbetretungsrecht bieten sich Waldflächen des Landes und er Kommunen für Exkursionen an. Diese Flächen machen rund drei Viertel des Waldbestandes unseres Landes aus.

 

Bündnis 90 – Die Grünen

Mit einem Waldflächenanteil von 42 Prozent zählt Rheinland-Pfalz zu den waldreichsten Bundesländern in Deutschland. Selbstverständlich werden wir unsere weitläufigen Wälder auch weiterhin für Angebote zur Umweltbildung und Naturerfahrung offenhalten und bereitstellen. Auch unsere Landesforsten und kommunalen Forstämter unterstützen regionale Bildungs- und Exkursionsangebote für unsere Schulen und bieten wie z.B. am Walderlebniszentrum Soonwald auch Übernachtungsmöglichkeiten für Schulklassen an.


Unser Ziel ist es, alle Wälder in Rheinland-Pfalz nach dem Forest-Stewardship-Council (FSC) Siegel als besonders naturnah und nachhaltig zertifizieren zu lassen. Um darüber hinaus weitere Lebensräume für gefährdete Arten wie Luchs oder Wildkatze zu schaffen, wollen wir dafür werben, dass das Biotop-Altbaum-Totholz-Konzept in unseren kommunalen und privaten Wäldern flächendeckend umgesetzt wird. Auf unseren landeseigenen Flächen haben wir – auch dank der Gründung des Nationalparks – beinahe zehn Prozent unserer Wälder zu Wildnisflächen erklärt. Solche Flächen können auch ganz besonders Bildungszwecken dienen.

 

Volt

Um mehr Naturerfahrungen für Schüler*innen zu realisieren, sollten Schulen und Kitas umfangreiche Kooperationen mit Umweltorganisationen und Förstereien eingehen. Eine konkrete Flächenangabe können wir leider nicht nennen.

 

ÖDP

Rheinland-Pfalz verfügt über rund 42 % Waldfläche und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der bei rund 32 % liegt. Somit stehen im Grundsatz ausreichende Flächen für diese Bildungsziele zur Verfügung. Wir sind dafür, vermehrt Waldlehrpfade und ähnliche Einrichtungen zu schaffen, die für solche Bildungsaktivitäten genutzt werden können. In eher städtischen Gebieten bzw. auch generell können z.B. auch botanische Gärten oder Tierparks verstärkt einbezogen werden, um z.B. Fragen der Pflanzenkunde, der Pflanzenbestimmung oder der Wildtierkunde zu behandeln.

 

3. Unterstützung der Berufsgruppe der Waldpädagog*innen für BNE

Waldbezogene Bildungsaktivitäten im Sinne einer BNE werden zurzeit meist von freischaffenden Pädagog*innen, sogar größtenteils von Soloselbstständigen durchgeführt. Hierbei handelt es sich um Beschäftigungsverhältnisse, die sehr vulnerabel sind. In Krisenzeiten sind solche Unternehmen besonders von Existenzsorgen betroffen und stehen dann der Bildungslandschaft nicht mehr ausreichend zur Verfügung.


Frage 3:

Wie wollen sie Waldpädagog*innen zur Umsetzung des BNE-Bildungsauftrages fördern und absichern, damit sie den wertvollen Beitrag zur Vermittlung der Kompetenzen für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten können?

Antworten:

Die Linke

Grundsätzlich wollen wir festhalten, dass viele pädagogische Berufszweige zu schlecht entlohnt werden, obwohl diese eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe erfüllen. Wir können uns durchaus vorstellen, dass neben unserer Forderung nach mehr Schulsozialarbeiter*innen über einen Schlüssel auf Schulen verteilt, Wald- und Erlebnispädagog*innen, eine feste und gut bezahlte Anstellung finden sollten.

 

SPD

Die Arbeit der Waldpädagog*innen wollen wir auch in Zukunft erhalten und stärken. Das entsprechende Weiterbildungsangebot des MUEFF und BM wollen wir dabei weiter unterstützen und ausbauen. Wir wollen auch weiter dafür sorgen, dass Kindern und Jugendlichen waldbezogene Umweltbildung vermittelt wird.

 

Bündnis 90 – Die Grünen

Die vielen Menschen, die in der Natur- und Umweltpädagogik tätig sind leisten wichtige Arbeit. Wir wollen solche Initiativen und Projekte weiterhin fördern und unterstützen. Wir wollen Solo-Selbstständige stärker unterstützen und in das Sozialsystem einbinden, um so prekäre Lebensverhältnisse zu verhindern. Dafür müssen auf Bundesebene neue Sicherungsmodelle entwickelt werden, die den Eintritt in die Gesundheits- und Rentenversicherung erleichtern und Solo-Selbständigen die Möglichkeit geben, sich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Denn uns GRÜNEN ist wichtig, dass alle Menschen selbstbestimmt leben können und faire Arbeitsbedingungen haben.

 

Volt

Naturnahe Bildungskonzepte sollten integrale Bestandteile der Ausbildung von naturwissenschaftlichen Lehrer*innen, vor allem Biologielehrer*innen, werden. Darüber hinaus setzt sich Volt für den Ausbau von Projektunterricht ein, der externe Expert*innen stärker in die Schule integriert.

 

ÖDP

Generell spricht sich die ÖDP für eine bessere personelle Ausstattung von Schulen mit Lehrkräften aus. Dabei brauchen wir vor allem mehr Lehrerinnen und Lehrer mit regulären Arbeitsverträgen, also keine Kurzzeit- oder Kettenverträge, sondern eine stabile Personalsituation. Insofern halten wir es im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes für sinnvoll, dass die Schulen ihre personelle Ausstattung auch im waldpädagogischen Bereich ausbauen oder ergänzen. Soweit Personen freischaffend oder als Soloselbstständige in diesem Feld tätig sind, obliegt ihnen zunächst selbst, sich wie auch andere Selbstständige abzusichern. Hinsichtlich durch Corona bedingter Ausfälle sind wir – wie auch bei anderen Gruppen von Selbstständigen – für großzügigere und vor allem unbürokratischere Hilfen. Die bloße Erstattung eventueller „Fixkosten“ sehen wir als keineswegs ausreichend an, hier sind dringend wirkliche Hilfen erforderlich.

 

4. Waldbezogene BNE im Landeshaushalt

Maßnahmen für eine waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung müssen kontinuierlich durchgeführt werden. Bewusstseins- und Veränderungsbildung vollzieht sich als Prozess. Deshalb ist es wichtig, kontinuierlich feste Finanzmittel zur Umsetzung von waldbezogener Bildungsaktivitäten bereit zu stellen.


Frage 4:

Mit welchen Instrumenten möchten sie zukünftig diese Kontinuität für schulische und außerschulische waldbezogene Bildungsangebote sicherstellen?

Antworten:

Die Linke

Wenn wir über Kontinuität sprechen, bedeutet dies für uns die Abkehr von Projektfinanzierung oder Einzelmaßnahmen – hin zu einem soliden Haushaltsposten im Bildungshaushalt des Landes. Gerade im Hinblick auf die stetig wachsende Entfremdung von der Natur und der gleichzeitigen Notwendigkeit das Verständnis für die Natur und Abläufe zu schaffen, sehen wir dies als geboten an.

 

SPD

Zur Förderung der Umwelt- und Nachhaltigkeitserziehung haben wir uns als SPD dafür eingesetzt, dass der Nationalpark Hunsrück-Hochwald zusätzlich eine halbe Stelle für pädagogisches Personal erhält. Und wir wollen daran festhalten, dass zum Beispiel BNE-Schulen weiterhin die Möglichkeit haben, durch schulinterne Fortbildungen oder Schülerprojekte einen waldbezogenen Schwerpunkt zu setzen.

 

Bündnis 90 – Die Grünen

Wir verbinden Naturschutz, Erholung und Waldnutzung mit sanftem Naturtourismus, Waldpädagogik und Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Gerade in unseren Schutzgebieten und Naturparks wird dieser multifunktionale Ansatz sehr deutlich. Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald wie auch im Biosphärenreservat Pfälzerwald bieten wir Kindern und Jugendlichen an, sich als Junior Ranger zu qualifiziert. Sie wirken so als Multiplikator*innen für die Region, für den Schutz der Natur und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Diese und ähnliche Projekte werden wir weiterhin unterstützen und daher die erfolgreiche Arbeit der Stiftung Natur und Umwelt und der Landeszentrale für Umweltaufklärung (LZU) weiter fortführen.

 

Volt

Volt setzt sich dafür ein, dass naturnaher Unterricht umfänglicher und regelmäßiger stattfindet. Volt hält Nachhaltigkeit, Selbsterfahrung und Praxisbezogenheit für zentrale Bestandteile moderner Bildung. In diesem Zusammenhang wollen wir auch waldbezogene Bildungsangebote weiter ausbauen. Ganz explizit fordern wir in unserem Wahlprogramm mehr Aufklärungsarbeit in Schulen und in der Öffentlichkeit über die Rolle des Forsts und der Forstwirtschaft, damit das substantielle forstliche, nachhaltige Wirtschaften mehr Anerkennung und Verständnis findet.

 

ÖDP

Die ÖDP befürwortet ein schulisches Angebot, bei welchem die ganzheitliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler ein vorrangiges Bildungsziel ist. Hierzu ist eine ausreichende Zahl von Lehrkräften erforderlich, die sich nicht ausschließlich an den Schülerzahlen orientieren muss. In sogenannten sozialen Brennpunkten ist den dortigen Schulen z.B. eine wesentlich höhere Lehrpersonalstärke zuzubilligen. Wir sehen diese Anforderungen auch mit Blick auf den Inklusionsauftrag der Schulen im Land.


Wir benötigen in Rheinland-Pfalz insbesondere mehr Lehrerinnen und Lehrer mit regulären Arbeitsverträgen, also keine Kurzzeit- oder Kettenverträge für Lehrerinnen und Lehrer. Die ÖDP fordert außerdem eine Begrenzung der Klassenstärke auf maximal 20 Schülerinnen und Schüler. Die ÖDP möchte ferner erreichen, dass mehr Schulsozialarbeiter und -psychologen zur Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Waldbezogene Bildungsinhalte müssen wie auch generell vermehrt andere Naturschutz- und Ökologiethemen in den Schulen Eingang finden. Hierfür ist es aus unserer Sicht möglich, diese Themen z.B. stärker im Biologieunterricht zu behandeln und dort auch Praktikerinnen/Praktiker oder entsprechende Pädagoginnen/Pädagogen von außen in die Schulen kommen zu lassen. Auch ist an die fallweise Einbeziehung ehrenamtlicher Gruppen (z.B. Naturschutzgruppen) als Kooperationspartner zu denken.


Der Bildungsetat im Landeshaushalt ist hierfür entsprechend aufzustocken.

Hinweis:

Bei den oben abgdruckten Texten handelt es sich um die Original-Antworten der Parteien. 

Die SDW bedankt sich herzlich für die Beteiligung an dieser Umfrage.